
Warum wir unsere Badezimmerheizgeräte der „Dampfkammer“ aussetzen
Seien wir ehrlich: Badezimmer sind ein Albtraum für elektronische Geräte. Es gibt dichten Dampf, unkontrollierte Wasserspritzer – und die Temperaturen schwanken innerhalb von zehn Minuten von eisig kalt bis hin zu saunawarm.
Auf der Verpackung finden Sie oft die Angabe „IP65“. Das bedeutet im Grunde, dass das Gehäuse Staub sowie einige Wasserspritzer abwehrt. Doch das sagt eigentlich nichts darüber aus, ob das Heizgerät auch in drei Jahren noch funktionieren wird.
Deshalb verlassen wir uns nicht nur auf diese Angaben. Jede Charge unserer Infrarotlampen wird einer strengen Feuchtigkeitstests unterzogen.
Der unsichtbare Feind
Wassertropfen sind zwar ein Problem – doch Wasserdampf ist das eigentliche Problem. Der Dampf dringt durch die kleinsten Öffnungen in den Dichtungen ein. Sobald er im Inneren des Geräts ist, setzt er sich auf die elektrischen Kontakte sowie auf das Glas ab. Dann wird das Heizgerät eingeschaltet. Der Feuchtigkeit entweicht, kondensiert anschließend wieder und entweicht erneut. Das ist ein Teufelskreis – und dieser zerstört allmählich die Metallkontakte. Wenn diese Kontakte anfangen zu rosten oder zu korrodieren, fließt der Strom schlecht. Dadurch werden die Komponenten zu heiß – und letztendlich geht die Lampe bereits viel früher kaputt, als es eigentlich nötig wäre.
Wie wir die Geräte absichtlich beschädigen
Wir sprühen die Geräte nicht einfach mit einem Schlauch ab. Stattdessen sperren wir sie in eine Klimakammer. Die Luftfeuchtigkeit wird auf 95 % erhöht, und die Temperatur bleibt über Tage hinweg hoch. Wir suchen nach Anzeichen dafür, dass der Strom falsche Wege findet – also, ob der Strom an Orten fließt, wo er eigentlich nicht fließen sollte.
Wenn eine Dichtung undicht wird oder ein Kabel anfängt zu altern, versagt das Gerät. Das ist eine Belastungsprüfung, mit der wir fünf Jahre volle Duschbedingungen in wenigen Wochen simulieren können.
Der Kompromiss
Es gibt jedoch einen Haken: Um sicherzustellen, dass die Heizgeräte der Dampfkammer standhalten können, müssen sie sehr gut abgedichtet werden. Doch wenn ein Heizgerät so gut abgedichtet wird, bleibt die Wärme leichter im Inneren zurück – im Gegensatz zu einem Gerät, das im Freien steht. Deshalb müssen Sie beim Einbau genug Platz um das Gerät herum lassen. Ist der Platz zu begrenzt, könnte der thermische Schutzschalter während kalter Wintertage auslösen.
Das ist eine bewusste Entscheidung von uns. Wir geben lieber etwas an „Atmungsaktivität“ auf, damit die Lampe nach einer Saison voller Duschen nicht kaputtgeht.